Zutrittskontrolle - Definition, Best-Uses und Anbieter

Zutrittskontrolle – was ist sie, wer braucht sie und was macht sie?

Eine Zutrittskontrolle legt fest, welche Person, zu welcher Zeit welches Areal betreten darf. Die Zutrittsberechtigung wird meist örtlich, zeitlich oder personenbezogen begrenzt. Die Zutrittskontrolle kann mechanisch, mechatronisch oder virtuell funktionieren. Bei einer mechanischen Zutrittskontrolle öffnet beispielsweise ein Pförtner die Tür, nachdem er die Person identifiziert hat.

Mechatronische Zutrittskontrollen verwenden Sensoren, um Zutrittsberechtigte zu erkennen und entriegeln die Tür. Virtuelle Zutrittskontrollen erlauben den Zugriff auf Webseiten einer festgelegten Zielgruppe zu festen Zeiten.

Seit wann gibt es den Gedanken zur Zutrittskontrolle?

Eine der einfachsten Möglichkeiten, den Zutritt zu einem Gebiet zu kontrollieren, verwendete römische Konsul Marcus Manlius Capitolinus. Er wurde bei einem nächtlichen Angriff der Gallier durch das aufgeregte Geschnatter von Gänsen geweckt. Sie erfüllten die Rolle eines Sicherheitsbediensteten und warnten vor fremden Personen, die in eine verbotenes Gebiet kamen. Heute braucht man allerdings keine Gänse oder Hofhunde mehr, um Personen den Zutritt zu verweigern.

Wer braucht eine Zutrittskontrolle?

Eine kompetente Zutrittskontrolle wird dort gebraucht, wo Menschen, Gegenstände oder Orte vor Gefahren geschützt werden müssen. Eine Zutrittskontrolle kann in kleinem ebenso wie in grossem Umfang geplant werden. Diese Sicherheitssysteme ermöglichen zum Beispiel in Stadien den schnellen Eintritt der Besucher. In Büroräumen werden Zutrittskontrollen eingesetzt, damit Reinigungspersonal ausserhalb der Öffnungszeiten Zutritt hat. Die Büroangestellte können zu diese Zeit nicht in die Räume.

Wie funktioniert eine Zutrittskontrolle?

Ein Zutrittskontrollsystem besteht aus einer Zentrale, einer Leseeinheit und aus einem Aktor. Der Sensor übermittelt Daten an die Zentrale. Die ermittelt aus den Informationen die Details der Zugangsberechtigung. Wenn die betreffende Person zutrittsberechtigt ist, lässt sich das Schloss, die Tür oder die Schleuse öffnen. Die Zentrale trifft die Entscheidung entweder selbst oder sie lässt sie von einer Kontrollinstanz online gegenbestätigen.

Zentrale Zutrittskontrolle

Meist ist eine zentrale Kontrollinstanz in einem eigens gesicherten Technikraum untergebracht und somit vor Sabotage bestmöglich geschützt. Beim zentralen Zutrittskontrollsystem sind alle Geräte wie Schleusen und Türöffner mit der Zentrale verbunden. Bei einer dezentralen Anordnung liegen die Zentralen direkt neben Sensor und Aktor. Diese Zentralen können miteinander vernetzt sein, eigenständig arbeiten oder über eine Hauptsteuerung miteinander verbunden sein.

Kombinierte Zutrittskontrolle

Eine andere Art der Zutrittskontrollsysteme setzt auf die Kombination von Verriegelungstechnik, Entscheidungselektronik und Sensoren. Diese können im Beschlag integriert sein und funktionieren ohne gröbere Umbauten der Tür oder des Türstocks. Die Energie beziehen sie aus Batterien. Bei dieser Art der Zutrittskontrolle wird entweder der Drücker im Schloss blockiert oder funktionslos geschaltet. Es ist zudem möglich, den Drücker direkt anzusteuern. Beide beiden Methoden können die Drücker erst nach Überprüfung der Berechtigungen manuell geöffnet werden.

Mechatronische Zutrittskontrolle

Die dritte Art der Zutrittskontrolle besteht aus mechatronischen Türzylindern. Sie können anstelle der herkömmlichen Zylinder eingebaut werden und sind einfach nachzurüsten. In der Regel hat ein Türschloss mit Zutrittskontrolle auf beiden Seiten je einen Drehknauf. Dieser wird erst bei passender Berechtigung bedienbar.

Manche Hersteller gestalten Systeme zur Zutrittskontrolle so, dass sie zu anderen Sicherheitssystemen oder zu Lösungen anderen Herstellern passen. So kann zum Beispiel eine Alarmanlage aktiviert werden, wenn sich eine unbefugte Person Zutritt verschaffen möchte. Auch eine Kopplung mit Videoüberwachung oder anderen Meldetechniken ist im Bereich des Möglichen.

Medien zur Identifikation

Bei der Zutrittskontrolle können verschiedene Vorrichtungen zur Identifikation dienen.

  • Aktive Identmittel werden durch eine Batterie mit Energie versorgt. Hier wird entweder die Entscheidungselektronik mit Energie versorgt oder es werden Signale an ds Verschlusssystem gesendet. Die Signalübertragung erfolgt über Infrarot oder über Funk.
  • Passive Identmittel können mit oder ohne Kontakt funktionieren. Zu den passiven Identmitteln gehören PIN ebenso wie Kennwörter.
  • Berührungslose Identmittel bei Zutrittskontrollen arbeiten mit passiven Transpondern. Je nach Sendeleistung funktionieren sie in einer Entfernung von bis zu einem Meter. Diese Systeme gibt es als Plastikkarte, Armband, Schlüsselanhänger oder ähnlichen Accessoires. RFID-Transponder arbeiten im Low-Frequency-Bereich und können unter die Haut transplantiert werden.
  • zu den kontaktbehafteten Identmitteln gehören die Magnetstreifenkarten, sie werden aber immer mehr von Chipkarten abgelöst. Die Karten sind preiswert in der Herstelltung, allerdings sind sie nicht lange haltbar. Bei den Chipkarten können mehr Daten als auf den Magnetstreifenkarten gespeichert werden.
  • Biometrische Zutrittskontrollen ziehen zur Verifikation der Zutrittsberechtigung biemetrische Merkmale heran. Neben dem Fingerabdruck, Handflächenabdruck und Iris-Scan gehören auch andere unverwechselbare Merkmale des Körpers dazu.
  • Mobiltelefone als Identmittel nutzen Bluetooth zur Identifikation. Es gibt zwei Systeme: Ein System kommt ohne eigene Software auf dem Mobiltelefon aus und nutzt die MAC-Adresse des Bluetooth-Interfaces. Das zweite System verwendet eine Software, die ein Passwort abfragt.

Vorteile einer modernen Zutrittskontrolle

Moderne Zutrittskontrollen sind jederzeit um weitere Module erweiterbar und eignen sich von Einfamilienhäusern bis hin zu grossen Industrieobjekten. Sie können einige Fabrikate erlauben es, dass Gefahrenmeldeanlagen, Videoüberwachungsanlagen oder andere Systeme integriert werden können. Bei vielen Zutrittskontrollen ist eine Änderung der Zutrittsberechtigungen schnell und unkompliziert über die Zentrale möglich.

Einige Zutrittskontrollen können über das Internet programmiert werden oder sind per App bedienbar. Zutrittskontrollen senken die Kosten für die Schlüsselverwaltung und die Kosten für Ersatzkosten bleiben überschaubar. Wenn ein Schlüssel verloren wird, kann er einfach gesperrt werden. Viele der Zutrittskontrollen sind einfach zu bedienen und können schnell installiert werden.

Anbieter von Zutrittskontrollen

Es gibt über 140 Hersteller für Zutrittskontrollsysteme. Dazu gehören Marktführer wie ABUS, Telenot und Siemens ebenso wie jüngere Hersteller. Viele der Anbieter für Zutrittskontrollen haben zusätzlich kompatible Gefahrenmeldeanlagen im Sortiment. Bei der Wahl des passenden Anbieters für die Zutrittskontrolle können im Vorfeld einige Überlegungen angestellt werden.

  • Wieviel Zugänge muss die Zutrittskontrolle überwachen?
  • Welche Medien zur Identifikation werden gewünscht?
  • Soll die Zutrittskontrolle an sich ändernde Umstände anpassbar sein?
  • Sollen Zeiterfassungs-, Alarm- und Hausleitsysteme integriert werden können?
  • Welchen Umfang soll die Software der Zutrittskontrolle haben? (Integration, Client/Server oder Web-basiert)