Der Digitaldruck ist die heutzutage gefragteste Druckart in der modernen Druckproduktion. Die Bezeichnung Digitaldruckverfahren fasst alle direkten Druckverfahren zusammen.

Der Prozess von der Datenerstellung bis zum fertigen Druckergebnis erfolgt ausschließlich elektronisch. Das auf dem PC erstellte Dokument wird direkt an den angeschlossenen Drucker gesandt. Der Druckvorgang startet sofort. Bei jedem direkten Druckverfahren entfällt die Herstellung einer festen Druckform. Der Druck erfolgt direkt auf den gewählten Bedruckstoff. Der Digitaldruck wird wegen dieser Art des Druckens als Non-Impact-Verfahren (NIP) bezeichnet.

Das grafische Gewerbe hat vor Jahrzehnten den digitalen Druck für sich entdeckt. Zu Beginn des Digitaldrucks verursachten technische Mängel Probleme. Die geringe Druckgeschwindigkeit und mangelhafte Druckqualität wurden behoben. Heute hat sich der Digitaldruck zu einem angesagten Druckverfahren etabliert.

Der Digitaldruck ist ein weltweit verbreitetes lukratives Geschäftsfeld. Niedrige Stückzahlen und personalisierte Druckerzeugnisse machen den Einsatz des Digitaldrucks produktiv. Copyshops und Druckereien bieten dieses Druckverfahren erfolgreich an. Die Herstellung einer physischen Druckform, wie sie bei anderen Druckverfahren benötigt wird, entfällt. Der Datensatz in elektronischer Form ist ausschlaggebend für einen reibungslosen Daten Workflow.

Der Digitaldruck ist heutzutage ein schnelles, kostengünstiges und qualitativ hochwertiges Druckverfahren. Eine zeitaufwendige und kostenintensive Vorbereitung entfällt. Der Druck lässt sich auf vielerlei Materialien und in unterschiedlichsten Grössen durchführen. Besonders Kleinauflagen grossformatigen Digitaldrucks wie Fahnen, Banner, Klebefolien und Schilder sind machbar. Jedes Druckerzeugnis kann individuell hergestellt werden und jede Seite kann unterschiedliche Inhalte aufweisen.

Was ist Digitaldruck – Definition.

Im technischen Sinn bedeutet digital die Darstellung von Text und Bild mit einer begrenzten Anzahl von Ziffern. Der Digitaldrucker verarbeitet Daten in Form des bekannten Binärsystems. Alle digitalen Geräte funktionieren auf Basis dieses Systems. Direct-Digital-Printing (DDP) oder Computer-to-Print, (Ct-PRINT) sind gebräuchliche Begriffe für das Digitaldruck-Verfahren.

Der Digitaldruck ist ein als Non-Impact (NIP) beschriebenes Druckverfahren. Der Endverbraucher nutzt dieses Verfahren vorwiegend als Laser- oder Tintenstrahldrucker. Die Farbübertragung erfolgt direkt auf den Bedruckstoff. Dabei ist kein zusätzlicher maschineller Kraftaufwand über eine Druckform erforderlich.

Funktionsweise des Laserdruckers.

Der Laserdruck ist ein elektrofotografisches Druckverfahren, kurz Elektrofotografie. Verwendung finden beim elektrofotografischen Druckverfahren Trockentoner. Der Toner wird von einem Fotohalbleiter elektrostatisch aufgeladen. Die Trommel nimmt das elektrostatisch aufgeladene Druckbild auf. Für das menschliche Auge ist es unsichtbar. Der Toner legt sich als leichter Überzug auf den zu druckenden Passagen auf die Trommel. Die nichtdruckenden Passagen werden elektrostatisch entladen. Über die lichtempfindliche Trommel wird die Farbe auf das Papier übertragen.

Beim Druckvorgang wird der Toner mit bis zu 200 Grad großer Hitze auf dem Bedruckstoff fixiert. Vor jedem neuen Druck wird die Trommel vollständig entladen. Überschüssiger Toner wird abgestreift und im Tonerrestbehälter gesammelt. Die Trommel ist sogleich beriet für den nächsten Druckjob.

Funktionsweise des Tintenstrahldruckers.

Der Tintenstrahldrucker ist ein auf flüssige Tinte basierendes direktes Druckverfahren. Das auf dem PC erstellte Motiv wird elektronisch an den Drucker geschickt. Beim Druckvorgang übertragen es feine Tintenpunkte über den Druckkopf auf den Bedruckstoff.
Je nach Hersteller kommen das Bubble-Jet-Verfahren und das Piezo Verfahren zum Einsatz.

Tintenstrahldrucker haben im kommerziellen Bereich kaum Bedeutung. Bei einem umfangreichen Druckdurchlauf ist die Druckgeschwindigkeit im Vergleich deutlich geringer.

Die korrekte Datenaufbereitung für den Digitaldruck.

Die einwandfreie Aufbereitung der digitalen Daten ist Voraussetzung für einen fehlerfreien Druckvorgang.
Der Kunde stellt der Druckerei oder dem Copyshop seinen Datensatz zur Verfügung.

Der zu druckende Datensatz wird direkt an die Datenverarbeitung der Druckmaschine geleitet. Der Raster Image Prozessor (RIP) konvertiert die elektronischen Daten in druckfähige Informationen. Nach Abschluss dieses Vorgangs wird direkt mit dem Druckvorgang begonnen.

Der Einsatz von Farbe im Digitaldruck.

Beim elektrofotografischen Druckverfahren wird vorwiegend trockener Toner eingesetzt. Der Toner ist fein und haftet auf den zu druckenden Pixeln, bevor er durch Hitzeeinwirkung fixiert wird. Im Druckmodus werden die vier Druckfarben verwendet. Cyan, Magenta, Yellow und die Keyfarbe Schwarz (CMYK) sind die Druckfarben im Vierfarbdruck. Sonderfarben lassen sich nur mit entsprechend ausgerichteten zusätzlichen Verfahren realisieren.

Die Rasterung im Digitaldruck.

Im Digitaldruck werden wie beim Offsetdruck die vier Grundfarben CMYK separiert. Die Rasterung, wie sie vom Offsetdruckverfahren bekannt ist, ist nicht sichtbar.

Der Toner lädt sich auf den zu druckenden Passagen elektrostatisch auf. Zugleich ermöglicht die hohe Rasterfrequenz und feinste Tonerpartikel eine feine Tonabstufung. Der einzelne Bildpunkt ist für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar.

Die Auflösung der Druckdaten im Digitaldruck.

Die bekannte Rasterung des Offsetdruckes gibt es im Digitaldruck nicht. Der Lese- bzw. Betrachtungsabstand zum Druck-Erzeugnis gibt den Wert der Druckauflösung vor. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: wieviele dpi (Dots per Inch = Bildpunkte pro 2,54 cm) braucht ein Bild, um gut lesbar zu sein?
Die Daten von Flyern oder Etiketten sollten mit einer Auflösung 300 dpi vorliegen. Bei Plakaten, Poster und Banner reicht die Auflösung der Daten je nach Größen von 150 bis 25 dpi.

Der Digitaldruck eignet sich für das schnelle Drucken von kleinen Auflagen.

Die Digitaldruckmaschinen werden unterteilt in Rollen- oder Bogensysteme. Der am häufigsten eingesetzte Digitaldrucker verarbeitet das Papier bogenweise. Die Passgenauigkeit ist beim Digitaldruck nicht so fein einstellbar wie beim Offsetdruck. Der Beschnitt muss deswegen großzügiger bemessen sein.
Der Digitaldrucker ist prinzipiell ausgerichtet zum schnellen Drucken von kleinen Auflagen. Personalisierte Druck-Erzeugnisse wie Anschreiben, Mailings, Visitenkarten, Rechnungen, werden in Sekundenschnelle gedruckt.

Bevorzugt werden Produkte, wie Fotoausdrucke, Einladungen, Menükarten, Postkarten, Handzettel, Plakate nachgefragt.
Das maximale Flächengewicht des zu bedruckenden Papiers bzw. Kartons liegt bei 300 Gramm pro Quadratmeter. Fragen Sie in der Druckerei oder im Copyshop nach den verwendeten Papiersorten.

Moderne Maschinen ermöglichen eine vielfältige Weiterverarbeitung.

Umfangreichere, mehrseitige Dokumente sind mit dem Digitaldrucker schnell zu fertigen. Die häufigsten zu verarbeiteten Formate sind DIN A4, DIN A3, und DIN A3+.

Zur kommerziellen Fertigung ist das elektrofotografische Drucksystem mit zusätzlichen weiterverarbeitenden Elementen ausgestattet. Moderne, professionell ausgestattete Digitaldruckereien arbeiten im Workflow mit sogenannten Finisher-Einheiten. Je nach Ausstattung kann der Druckbogen direkt nach dem Druck konfektioniert werden. Das fertige Druckwerk kann sortiert, gefalzt, gelocht und/oder geheftet werden.

Die Vorteile des Digitaldrucks auf einen Blick.

  • Die Herstellung einer Druckform entfällt.
  • Geringer Zeit- und Kostenaufwand zur Vorbereitung des Druckvorgangs.
  • Geringer Ausfall von schadhaften oder fehlerhaften Bögen.
  • Bedarfsgerechter, variabler Datendruck; besonders im Rollensystem.

Zeitgemässe Druckereien kombinieren zwei bekannte Druckverfahren: den Offsetdruck mit dem Digitaldruck. Die hybride Druckproduktion vereint die technischen Vorteile der beiden Drucktechniken erfolgreich.