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Kleine und mittlere Unternehmen bilden die Grundpfeiler unserer Wirtschaft und immer mehr Schweizer wagen den Schritt in die Selbstständigkeit.

Die Gründung einer eigenen Firma ist auf den ersten Blick für den Laien jedoch verwirrend und erfordert viel Einsatz, Zeit und Durchhaltevermögen. Eine gute Geschäftsidee allein reicht längst nicht mehr aus, um auf dem hart umkämpften Wirtschaftsmarkt erfolgreich zu sein.

Dabei zeigen Studien, dass jedes vierte Unternehmen zwei Jahre nach seiner Gründung nicht mehr besteht. Eine realistische Planung und Selbsteinschätzung sowie ein durchdachter Businessplan sind die Basis für eine erfolgreiche Unternehmensgründung und helfen, das Start-up auf solide Beine zu stellen.

Jungunternehmer müssen sich während der Gründungsphase aber auch um viele weitere Dinge kümmern. So zählen Behördenwege, die Erstellung eines Finanz- und Marketingkonzepts sowie die Wahl der Rechtsform und der Abschluss der notwendigen Versicherungen zum Alltag von Gründern.

Doch was gilt es bei der Unternehmensgründung wirklich zu beachten? Welche Schritte dürfen unter keinen Umständen ausgelassen werden und welche Tipps und Tricks erleichtern es Ihnen, ein Unternehmen zu gründen?

Unternehmen gründen in der Schweiz: Die ersten Schritte in die Selbstständigkeit

Eine erfolgreiche Unternehmensgründung bedarf einer intensiven Vorbereitungszeit von mehreren Monaten. Als Faustregel gehen Experten davon aus, dass die Planung einen Zeitraum von zumindest sechs bis sieben Monaten umfassen sollte, wobei viele Jungunternehmer die Planungsphase schon nach drei Monaten abschliessen.

Der Businessplan

Sobald Sie Ihre zündende Geschäftsidee erst einmal gefunden haben, können Sie mit der Planung beginnen. Die erste und wichtigste Aufgabe für alle Jungunternehmer ist die Erstellung eines fundierten Businessplans.

Je nach gewählter Branche und Geschäftsidee sollte das Dokument 15 bis 30 Seiten umfassen und die Geschäftsstrategie sowie die Finanzierung und das Marketingkonzept beinhalten. Der Businessplan ist die Grundlage für den Geschäftsaufbau.

Eine realistische Einschätzung des Markts, der Konkurrenz, der eigenen Fähigkeiten sowie der finanziellen Situation sind somit das A und O eines jeden Businessplans.

Hilfsangebote und Anlaufstellen

Auch wenn der Staat selbst Jungunternehmer nicht direkt unterstützt, gibt es dennoch viele Anlaufstellen und Organisationen, die Unternehmern besonders anfangs mit Rat und Tat zur Seite stehen.

So gibt es beispielsweise kantonale Wirtschaftsförderungen, die Gründern mit finanziellen Mitteln unter die Arme greifen. Viele andere Organisationen, wie beispielsweise die Innosuisse, bieten wiederum spezielle Trainingsprogramme und Coaching für Jungunternehmer.

Ein kurzer Blick ins Internet, um die passende Anlaufstelle für den gewählten Kanton zu finden, lohnt sich daher so gut wie immer.

Unternehmen gründen: Die wichtigsten Meilensteine

Die Gründung einer eigenen Firma in der Schweiz ist relativ einfach und ohne grosse Formalitäten möglich. Für einige Gewerbe sind jedoch spezielle Nachweise und Bewilligungen notwendig. Ob das Unternehmen eine Bewilligung benötigt, kann beim zuständigen Amt oder online erfragt werden.

Wahl der Rechtsform

Jungunternehmer müssen sich im ersten Schritt für eine Rechtsform entscheiden, wobei zwischen einer Kapitalgesellschaft oder einer Personengesellschaft gewählt werden muss. Die häufigsten Rechtsformen in der Schweiz sind:

  • Einzelunternehmen
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Aktiengesellschaft (AG)

Die Rechtsform ist prinzipiell frei wählbar, beeinflusst jedoch den Firmennamen, die soziale Sicherheit des Unternehmers, die Steuerbelastung, die Haftung sowie die persönliche Unabhängigkeit. Für welche Rechtsform man sich schlussendlich entscheidet, ist zudem abhängig vom Startkapital und vom gewünschten Risiko.

So ist die Gründung eines Einzelunternehmens zwar günstiger als die Gründung einer Kapitalgesellschaft, der Unternehmer haftet hierbei jedoch mit seinem privaten Vermögen für ausstehende Forderungen.

Im Gegensatz dazu ist die Haftung bei einer Kapitalgesellschaft beschränkt. Kapitalgesellschaften erfordern jedoch ein wesentlich höheres Startkapital und sind für gewöhnlich aufwendiger in der Planung.

Wahl des Firmennamens und des Standorts

Die Wahl des passenden Firmennamens und des Firmenstandorts sind wichtige Meilensteine in der Gründungsphase. Dabei müssen bei der Wahl des Firmennamens rechtliche Vorgaben beachtet werden. Die Wahl des Standorts wird wiederum von der gewählten Branche beeinflusst. So ist es möglich, das Unternehmen in den eigenen vier Wänden zu führen oder ein Geschäftslokal zu mieten oder zu kaufen.

Welcher Standort sich für das neue Unternehmen eignet, wird idealerweise durch eine Marktanalyse bestimmt. Zudem gelten für bestimmte Gewerbe gesetzliche Auflagen, sodass nicht jeder Standort möglich ist.

Marketing und Markenschutz

Gründer müssen besonders viel Zeit und Kreativität investieren, um ihre neue Marke bekannt zu machen. Neben der Erstellung von Logos und Werbeartikeln muss ein Unternehmen heutzutage ebenso über einen professionellen Webauftritt sowie ein rechtssicheres Impressum verfügen.

Reicht das Geld anfangs nicht aus, um eine externe Firma mit den Aufgaben zu betrauen, können Gründer auf Angebote von Hilfsunternehmen sowie Onlinekurse zurückgreifen, um sich selbstständig mit den Grundkonzepten vertraut zu machen. Zudem darf man den Schutz der eigenen Marke nicht vergessen.

Eine Eintragung der Marke ist notwendig, um die Wettbewerbsposition zu sichern. Vorab müssen Sie aber überprüfen, ob die eigene Marke keine bestehenden Schutzrechte verletzt.

Finanzierung

Eine Selbstständigkeit ist mit hohen Kosten und Investitionen verbunden, wobei als Faustregel zumindest 20 % des benötigten Kapitals aus Eigenmitteln aufgebracht werden müssen. Reicht das Ersparte nicht aus, so müssen Förderungen oder ein Kredit beantragt werden.

Je besser der Businessplan und die Geschäftsidee, desto einfacher ist es, solch eine Finanzierung oder Förderung zu guten Konditionen zu erhalten. Ein solider Finanzplan kann zudem dabei helfen, teure Fehlinvestitionen zu vermeiden, die sich später nachteilig auf das Unternehmen auswirken können.

Behördenwege

Die amtlichen Schritte für die Gründung eines Unternehmens in der Schweiz lassen sich in der Regel schnell und unkompliziert bewerkstelligen. Bevor das Gewerbe beantragt wird, muss jedoch festgestellt werden, ob alle notwendigen Qualifikationen und Bescheide vorliegen, die für eine Zulassung notwendig sind.

Wird das Gewerbe nicht oder unter falschen Angaben angemeldet, drohen Bussgelder. Zudem gelten für Ausländer, die in der Schweiz leben, zum Teil gesonderte Regelungen.

Versicherungen

Bei der Gründung und beim Betrieb einer eigenen Firma gibt es viele Risiken, die kaum oder gar nicht beeinflusst werden können. Abhängig von der gewählten Branche und Rechtsform sind einige Versicherungen obligatorisch, andere wiederum eine sinnvolle Ergänzung oder nicht notwendig.

So müssen Einzelunternehmer beispielsweise eine eigene Sozialversicherung abschliessen und sich um den Grossteil ihrer Vorsorge selbst kümmern. Gründer von Kapitalgesellschaften sind wiederum Angestellte ihres eigenen Unternehmens, wodurch eine Sozialversicherung für unselbstständig Erwerbende zwingend notwendig ist.

Zudem gibt es weitere Versicherungen wie beispielsweise Betriebsversicherungen, Betriebshaftpflichtversicherungen, Betriebsunterbruchversicherungen, Sachversicherungen sowie Spezialversicherungen für Maschinen, Inventar oder bestimmte gesundheitliche Risiken.

Unternehmen gründen: Ein Fazit

Gründer benötigen neben einer innovativen Geschäftsidee auch Unternehmergeist und ein hohes Mass an Eigeninitiative. Zudem sind Selbstvertrauen und der absolute Wille zum Erfolg wichtige Zutaten eines erfolgreichen Unternehmensstarts.

Mit einer durchdachten und detaillierten Planung ist die Gründung eines Unternehmens jedoch weit weniger kompliziert als oftmals angenommen. Wobei es eine Vielzahl an Anlaufstellen gibt, die Gründern bei der Verwirklichung ihres Lebenstraums helfen.