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Schweizer Flagge: So entstand das Schweizerkreuz

Auf der Schweizer Flagge ist ebenso wie auf dem Wappen des Landes ein aufrecht und freistehendes weisses Kreuz vor rotem Hintergrund dargestellt. Dieses wird Schweizerkreuz genannt, obwohl es sich im Grunde genommen um ein griechisches Kreuz handelt. Charakteristisch für dieses Symbol ist die Tatsache, dass die vier Seiten des Kreuzes rechtwinklig zueinander stehen und alle Seiten die gleiche Länge haben. Die Schweizer nennen die Schweizer Flagge allerdings nicht Flagge, sondern Fahne oder alternativ Schweizerfahne.

Besonderheiten der Schweizer Fahne

In einem wesentlichen Punkt unterscheidet sich die Schweizer Flagge massiv von den typischen Nationalflaggen. Diese haben nämlich üblicherweise eine rechteckige Form. Anders ist es bei der Nationalflagge der Schweiz. Denn deren Form ist quadratisch – diese Gemeinsamkeit teilt sie mit der Nationalflagge des Vatikanstaats.

Geregelt ist die quadratische Form im Artikel 3 des Wappenschutzgesetzes, welches zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist. Eine Ausnahme, die auch durch das Gesetz abgedeckt ist, gilt dabei lediglich für Binnen- und Hochseeschiffe Schweizer Reedereien. Auf diesen wird die Nationalität des Schiffes durch eine rechteckige Fahne angezeigt, wobei das Verhältnis zwischen Höhe und Länge der Fahne 2:3 beträgt.

Auch die Darstellung des Schweizerkreuzes ist gesetzlich geregelt: So ist die Länge der Kreuzarme um ein Sechstel grösser als deren Breite. Wie gross das Schweizerkreuz auf der Fahne dargestellt wird, ist übrigens auch im entsprechenden Gesetz festgelegt. Demnach muss der Abstand zwischen dem Kreuz und dem Rand der Fahne zu allen Seiten hin eine Balkenbreite betragen.

Die Schweizer Fahne und das Wappen der Schweiz

Farben und Kreuz von Fahne und Wappen der Eidgenossenschaft sind identisch: Festgelegt wurde die Darstellung des Kreuzes bereits am 12. Dezember 1889 im Rahmen eines Bundesbeschlusses. Allerdings war in diesem Beschluss noch nicht definiert, welche Form das Wappenschild haben soll und wie gross das Kreuz im Verhältnis zum Wappenschild dargestellt werden soll.

Näher geregelt wurde dies erst im Wappenschutzgesetz, welches 2017 in Kraft getreten ist. Man orientierte sich dabei an der Musterzeichnung, die bereits 1889 angefertigt wurde und nunmehr verbindlich ist.

Das Schweizerwappen wird mit unterschiedlichen Variationen unter anderem auf Münzen und den Kontrollschildern der Autos dargestellt. Aber auch einige Konsumgüter werden von einer Darstellung des Wappens oder einem dem Wappen ähnelnden Logo geziert. Das bekannteste Beispiel dafür dürfte wohl das Logo auf Schweizer Taschenmessern sein.

Die Farbgebung der Nationalflagge

Traditionell wurde auf der Fahne und im Wappen zwar die Kombination von weissem Kreuz auf rotem Grund gewählt, bevor das Wappenschutzgesetz in Kraft trat, wurden dafür jedoch unterschiedliche Rottöne verwendet. Erst im Jahr 2007 definierte die Bundesverwaltung das Rot für den Hintergrund als Pantone-Farbe Nummer 485, die sich zu jeweils 100 Prozent aus Gelb und Magenta zusammensetzt.

Die Geschichte der Schweizer Fahne

Bislang ist nicht geklärt, welchen Ursprung das Schweizer Kreuz hat, wobei Historiker davon ausgehen, dass das Schweizerkreuz seit den spätmittelalterlichen Zeiten der alten Eidgenossenschaft existiert. So hatte der deutsche Kaiser bereits während des 13. Jahrhunderts im Krieg eine Fahne mit dem Kreuz, das als heiliges Zeichen galt, mitgeführt. Des Weiteren führte er eine Fahne in blutigem Rot.

Diese sollte symbolisieren, dass er Macht über das Leben und den Tod seiner Untertanen hatte. Als besondere Auszeichnung galt es, wenn Städte oder Talschaften derartige Fahnen führen durften. Eine Fahne mit Kreuz führten beispielsweise die Stadt Wien oder die Grafen von Savoyen.

Eine Legende um die Nationalflagge der Schweiz

Einer Legende nach soll das Schweizer Nationalsymbol sogar bis in die Zeiten des römischen Weltreiches zurückreichen, nämlich bis zur sogenannten Thebanischen Legion. Deren Mitglieder sollten im ausgehenden dritten Jahrhundert ein Martyrium und den Märtyrertod erlitten haben. Nach den Erkenntnissen der modernen Forschung wird die Existenz dieser Legion aber zumindest stark angezweifelt.

Die alte Eidgenossenschaft und das Schweizerkreuz

Bei der alten Eidgenossenschaft handelte es sich um einen lockeren Staatenbund, dessen erste Bündnisse während des 13. und 14. Jahrhunderts geschlossen wurden. Dieser Staatenbund existierte bis zum Jahr 1798, nutzte das Schweizerkreuz aber bereits als Feldzeichen. Dies lässt sich laut der Berner Chronik bis zurück ins Jahr 1339 belegen, als die Schlacht von Laupen stattgefunden hatte.

Spätestens ab dem 15. Jahrhundert wurde das Schweizerkreuz dann auf sämtlichen Feldzeichen der Eidgenossen geführt, auch wenn die Wappen der einzelnen Kantone nach wie vor als offizielle Hoheitszeichen betrachtet wurden. Einige Kantone hefteten auf ihre Wappen aber bereits zusätzlich ein weisses Kreuz auf.

Zum nationalen Erkennungszeichen der Eidgenossen entwickelte sich das weisse Kreuz etwa ab 1450, womit man sich auch gegen das burgundische Andreaskreuz abgrenzen wollte, welches die deutschen Landsknechte führten.

Eine Fahne als nationales Symbol

Eine Fahne, welche die gesamte Schweiz symbolisierte, gab es jedoch erst zu Zeiten der Helvetischen Republik, die von 1798 bis 1803 währte. Hierbei handelte es sich um eine Trikolore in den Farben Grün, Rot und Gelb, die dem französischen Vorbild nachempfunden war. Zum offiziellen Schweizer Wappen wurde das Kreuz erst anno 1815.

Ferner hatte General Niklaus Franz von Bachmann am 3. Juli 1815 angeordnet, dass die Mitglieder der Schweizer Truppen eine Armbinde mit dem weissen Kreuz auf rotem Hintergrund zu tragen hatten. Dennoch wurden von den Truppenkontingenten noch eigene Fahnen getragen. Einheitliche Fahnen, auf welchen jedoch der Name des Kantons angebracht war, wurden erst 1839 eingeführt.

Das Nationalsymbol in der modernen Schweiz

Erst 1848 übernahm der Bundesstaat der Schweiz die Militärfahne der Eidgenossen. Welche Form das Schweizerkreuz künftig haben sollte, hatte die Bundesversammlung am 12. Dezember 1889 in einem Beschluss festgelegt.

Das Schweizerkreuz als Vorbild

Das Schweizerkreuz diente übrigens auch als Vorbild für die heute weltweit tätige Organisation Rotes Kreuz. Der Grund: General Dufour und Henri Dunant hatten 1864 beim Internationalen Komitee des Roten Kreuzes vorgeschlagen, als Emblem das Schweizer Kreuz einfach umzukehren – also ein Rotes Kreuz vor weissem Hintergrund zu wählen.

Dieses Zeichen trägt das Sanitätspersonal heute noch, allerdings mit einigen Unterschieden: Denn das Kreuz wurde in nichtchristlichen Ländern als christliches Symbol interpretiert. Deshalb wurde es dort durch die eigenen Symbole ersetzt, in islamischen Ländern beispielsweise durch einen roten Halbmond. Allerdings wurde die Farbkombination von Rot und Weiss beibehalten.