Recycling, um die Welt ein bisschen schöner zu gestalten

Recycling – schaffen wir uns eine schöne nachhaltige Welt

Weltweit haben wir ein Problem mit den Unmengen an (Plastik-)Müll. Daher haben alle Länder der Vermüllung unserer Umwelt den Kampf angesagt – manche konsequent und manche optimierungsfähig. Dabei haben wir verschiedene Optionen. Müllvermeidung ist ein Weg, Recycling ein weiterer. Aber das ist nicht nur Sache der Politik und Länder.

Jeder von uns kann und muss etwas dazu beitragen. Dafür sollten keine Gesetze und Regulierungen notwendig sein. Wir selbst sind gefordert, unser Verhalten zu ändern. Das setzt sicherlich eine Abkehr von der Bequemlichkeit voraus. Es ist aber ein Aufwand, der sich sicherlich lohnen wird. Fangen wir damit an, uns mit dem Thema der ressourcenschonenden Materialverwendung bzw. Wiederverwendung auseinanderzusetzen.

Recycling oder Müllvermeidung?

Müll zu vermeiden ist besser als Recycling. Sind Sie dieser Aussage auch schon begegnet? Haben Sie dann ein schlechtes Gewissen, beispielsweise Plastik zu verwenden? Plastikmüll steht in der Medienberichterstattung als Synonym für Umweltverschmutzung. Zu präsent sind die Bilder von Ozeanen voller Plastik und verendeten Meerestieren. Problematisch dabei ist, dass Kunststoffe nicht zerfallen. Sie bauen sich nicht biologisch ab, sondern zersetzen sich in Mikropartikel.

Die Fische fressen die Mikropartikel und so gelangen sie zurück in unsere Nahrungskette. Eine negative Form von Recycling. Plastik nun aber grundsätzlich zu verteufeln, wäre aber zu kurz gedacht. Vielmehr müssen wir unterscheiden zwischen Einweg- und Mehrweg-Verpackungen. Dabei geht es tatsächlich auch an unsere Bequemlichkeit. Werfen wir nicht viel zu schnell weg? Einmal benutzt, ab damit in den Müll. Ein Ansatz für weniger Müll ist der Verzicht auf Einweg-Verpackungen. Denn Plastik hat durchaus auch Vorteile. Es wird mit wenig Energie hergestellt. Zudem gibt es nicht für jedes Kunststoff-Produkt eine plastikfreie Alternative.

Recycling von Kunststoff in Europa

Europa kommt beim Recycling voran, aber in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Immerhin sind sich alle Europäer des Problems bewusst. Das Schicksal ihrer Plastikabfälle interessiert alle europäischen Länder, allerdings mit unterschiedlichen Prioritäten. Daher hat die EU eine „Europäische Plastikstrategie“ initiiert, um einen einheitlichen Kunststoffrecycling-Markt zu erreichen. Gleichwohl möchte die EU bestimmte Einwegartikel verbieten, so beispielsweise Strohhälme und Einwegbestecke.

Den Löwenanteil des Plastikmülls machen allerdings mit über 60 Prozent die Verpackungen aus. Europäisch betrachtet besteht dazu dringender Handlungsbedarf – da sind auch die Unternehmen gefragt. Etwa 49 Millionen Tonnen Plastik kaufen Europäer jährlich und werfen davon in etwa die Hälfte weg. Die Dunkelziffer, was in nicht erfassten Kanälen landet bzw. verschoben wird, ist deutlich höher. Der Grossteil des Kunststoff-Mülls landet in den Weltmeeren und richtet erheblichen Schaden an. Dennoch ist auch ein deutlicher Trend zu mehr Recycling zu erkennen. Seit 2016 hat sich die europäische Recyclingquote respektabel erhöht auf inzwischen knapp 48 Prozent. Das liegt aber gemäss Experten auch an der Berechnungsmethode.

Recycling – europäische Unterschiede

Nicht alle europäischen Staaten recyceln mit der gleichen Inbrunst. Betrachten wir 30 europäische Länder – inklusive Norwegen und der Schweiz – recyceln 10 herausragend (über 90 Prozent). Überdurchschnittlich engagiert im Recycling sind auch Schweden, Deutschland, Österreich und die Schweiz. Diese Zahlen berücksichtigen allerdings nicht die Müllproduktion je Einwohner. Da sind wiederum auch die Schweiz und Deutschland führend. Unter dem europäischen Durchschnitt (etwa 40 Prozent) liegen im Recycling Frankreich, Spanien und das Vereinigte Königreich.

Die „Europäische Plastikstrategie“ möchte nun die Recycling-Quote in allen Ländern anheben. Das gestaltet sich schwierig, da die Kosten für den Recycling-Prozess noch sehr hoch sind. Zudem ist das Recycling selbst energieintensiv. Hier ist noch Überzeugungsarbeit notwendig.

Recycling in der Schweiz

Das kleine Alpenland ist eines der grössten Abfallsünder in Europa. Dabei ist das Thema Plastikmüll schon in der Schweiz angekommen. Die Eidgenossen diskutieren über das Plastiksäckli im Discounter und über den Klimawandel. Allerdings produziert jeder Schweizer jährlich über 700 Kilogramm Müll und steht damit an dritter Stelle in Europa (Durchschnitt: 487 Kilogramm). Dafür recyceln die Eidgenossen fleissig mit über 50 Prozent. Damit gehört die Schweiz zwar beim Recycling zu den Spitzenreitern, produziert aber noch zu viel Müll.

Der Grund ist der gleiche wie in anderen Wohlstandsländern: der Konsum nimmt drastisch zu. Um weniger Müll zu produzieren, darf also das Abfallaufkommen nicht in gleichem Masse steigen wie der Konsum.

Schweizer Recycling – Quo vadis?

Als Antwort auf die Europäische Plastikmüllstrategie strebt die Schweiz eine Optimierung des Kreislaufs und Recyclings an. Dafür hat die Dachorganisation der Schweizer Recycling-Systeme, die Swiss Recycling, eine „Drehscheibe Kreislaufwirtschaft Schweiz“ gegründet. Sie soll für eine bessere Koordination zwischen Industrie, Inverkehrbringer und Recycling-Organisationen sorgen.

Eine Voraussetzung für ein funktionierendes Recycling-System ist, dass nicht ein Grossteil verbrannt wird. Ziel der Initiative muss sein, Verpackungen und Produkte optimal zurück in den Kreislauf zu bringen. Insofern setzt die Swiss Recycling auf nachhaltige Kreislauf-Indikatoren und nicht auf reine Sammelquoten. Dabei muss Recycling aber einfach und komfortabel bleiben. Die grosse Herausforderung ist der steigende „To-go-Konsum“. Dieser bedingt ein grosses Sammelnetzwerk an öffentlichen Plätzen.

Recycling für die Umwelt

Wir müssen verinnerlichen, dass Recycling Ressourcen schont, Energie spart, die CO2-Belastung senkt und Sekundär-Rohstoffe schafft. Voraussetzung ist, dass die Materialien komplett wiederverwertbar sind. Die Produkte bleiben dann im Materialkreislauf. Das gilt für Plastik ebenso wie für Elektronikgeräte, Textilien, Schuhe, Blech, Batterien und Glas. Um uns eine schöne nachhaltige Welt zu schaffen, sind alle gefordert.

Nicht nur Europa, sondern alle Staaten. Die Recycling-Quote der USA ist mit neun Prozent beschämend. Jeder einzelne trägt Verantwortung und kann dabei mehrere Wege gehen. Von der Müllvermeidung über die Verwendung von Mehrweg-Produkten bis zum Recycling. So erreichen wir es, dass in unsere Ozeane weniger Müll gelangt und gestalten unsere Welt ein bisschen schöner.

Fazit

Um unser Müllaufkommen in den Griff zu bekommen, müssen wir bewusster mit Produkten umgehen. Wo es sinnvoll ist, verzichten wir auf Plastik. Falls es keinen Ersatz für Kunststoff gibt, greifen wir zu Mehrweg-Produkten. Auch die Industrie ist gefordert, gemischte Kunststoffe durch komplett recycelbare Stoffe oder Mehrweg-Produkte zu ersetzen. Dazu gehört der Coffee-to-go-Becher ebenso, wie die Verpackungen von Lebensmitteln.

Damit wir unser Ziel einer schönen nachhaltigen Welt erreichen, müssen wir unsere Einstellung ändern. Unser Weg führt von einer Wegwerfmentalität zur längeren oder Wiederverwertung von Produkten. Recycling und Müllvermeidung stehen dabei an erster Stelle.