Was ist Plastische Chirurgie?

Die Plastische Chirurgie bezieht sich nicht ausschliesslich auf die sogenannten „Schönheitsoperationen“. Ursprüngliche Intention war die Rekonstruktion geschädigter Organe oder auch Extremitäten nach einem Unfall. So konzentrierte sie sich zum Beispiel auf die Wiederherstellung körperlicher Strukturen nach Verbrennungen oder Verstümmelungen. Andererseits sollen durch dieses Teilgebiet der Chirurgie angeborene Missbildungen behandelt werden können. Ziel dabei ist ausserdem, die Funktion der Körperteile nach Möglichkeit wiederherzustellen. Die Plastische Chirurgie nimmt somit formverändernde und funktionswiederherstellende Eingriffe an Körperteilen und Organen vor, welche sich positiv auf die Lebensqualität des Patienten auswirken sollen.

Die Plastische Chirurgie lässt sich in ihrer Ausführung bis in die Antike zurückverfolgen, wo bei Kriegsversehrten zum Beispiel Nasen rekonstruiert wurden. Ihren eigentlichen Aufschwung erlebte sie jedoch nach den zwei Weltkriegen, wo besonders viele Soldaten starke körperliche Schäden durch Kriegsverletzungen davon trugen. Heute spielt darüber hinaus die ästhetische Chirurgie eine wichtige Rolle. Patienten haben durch sie die Möglichkeit, individuell wahrgenommene, körperliche und optische Defizite ausbessern zu lassen. Gerne wird dies genutzt, um festgelegten Schönheitsidealen zu entsprechen.

Plastische Chirurgie in ihren unterschiedlichen Teilgebieten

Die Plastische Chirurgie lässt sich in mehrere Teildisziplinen einordnen, welche einmal genauer erläutert werden sollen.

Ästhetische Chirurgie

Dieser Bereich lässt sich allgemein unter dem gängigen Begriff Schönheitschirurgie zusammenfassen, an die viele denken, hören sie „Plastische Chirurgie“. Hier hinein fallen Eingriffe am weiblichen Busen, die Straffung der Haut oder das Absaugen von Fett. Dies sind Operationen, für die es keine erkennbare medizinische Notwendigkeit gibt, sondern einzig auf Wunsch des Patienten durchgeführt und von den Krankenkassen nur in Ausnahmefällen getragen werden.

Rekonstruktive Chirurgie

Unter diesem Begriff lässt sich Plastische Chirurgie einordnen, die auf das Beheben tatsächlicher körperlicher Defekte ausgelegt ist. Diese können entweder angeboren, durch Krebsbehandlungen oder Unfälle verursacht worden sein.

Handchirurgie

Dieses Spezialgebiet ist fachübergreifend, denn hier kommt nicht nur Plastische Chirurgie zum Einsatz, sondern es wird zusätzlich mit Orthopäden und Unfallchirurgen zusammengearbeitet. Das System von Nerven, Gefässen und Muskeln ist an den Händen besonders komplex. Umso schwieriger ist dessen Rekonstruktion nach Unfällen oder eine Korrektur von Fehlbildungen.

Verbrennungschirurgie

Hier steht hauptsächlich die Notfallbehandlung nach Verbrennungen im Fokus. Dies beinhaltet ebenfalls nicht nur Plastische Chirurgie, sondern Schmerztherapie und Wundversorgung. Durch das Versetzen von Hautpartien, kann das zerstörte Gewebe wieder erneuert werden.

Wie viel kostet ein Eingriff und wer führt die Plastische Chirurgie durch

Handelt es sich um einen ästhetischen Eingriff, werden die Kosten nur in besonderen Ausnahmefällen von den Krankenkassen übernommen. Sie sollten sich hierüber bereits zu Beginn, wenn Sie selbst beschlossen haben einen Eingriff vornehmen zu lassen, ausreichend informieren. Es können darüber hinaus zusätzliche Auslagen anfallen. Wird der Eingriff von den Kassen als nicht notwendig eingestuft, können die alle anfallenden Beträge auf den Patienten übertragen werden. Umso wichtiger ist es, bereits vor der Operation mögliche Komplikationen zu kennen.

Da Plastische Chirurgie ein weites Feld mit mehreren Teilgebieten bildet, ist es wichtig, die Notwendigkeit eines Eingriffs vorher abzuklären. Sie sollten sich bewusst sein, dass Risiken vorhanden sind. Da „Schönheitschirurg“ kein rechtlich geschützter Begriff ist, ist nicht immer ersichtlich, ob der Arzt auch ausreichend geschult ist. Chirurgen mit einer anerkannten Zusatzqualifikation dürfen sich „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ nennen. Aber es können auch andere Ärzte und Chirurgen ohne entsprechend geschultem Personal derartige Operationen durchführen.

Ein Eingriff, der misslingt, zieht weitere Folgekosten nach sich. Auch die übliche Nachkontrolle und etwaige Zusatzmedikamente und Behandlungen, wie Lymphdrainagen, trägt bei ästhetischen Eingriffen der Patient. Plastische Chirurgie wird nur dann von den Krankenkassen gezahlt, wenn aus gesundheitlicher Notwendigkeit stattfinden.

Plastische Chirurgie und ihre Nebenwirkungen

Je nach der Schwere des Eingriffs variiert die Gefahr der Nebenwirkungen und deren Ausprägung. Vor allem Fettabsaugung bringt einige Risiken mit sich. Doch auch bei scheinbar simplen Operationen können Komplikationen auftreten. Diese sollten Sie kennen, wenn Sie Plastische Chirurgie in Anspruch nehmen.

Nachblutungen

Mit diesem Begriff werden Blutungen im Operationsgebiet beschrieben, die erst nach einigen Tagen auftreten. Sie können mehrere Ursachen haben wie Nahtinsuffizienz, eine Wundinfektion oder einer Hypertonie. Dies alles sind Ursachen, welchen behandelt werden müssen, da sonst mit starkem Blutverlust zu rechnen ist.

Infektionen

Selbst wenn sämtliche Hygienestandards eingehalten werden, kann nie vollständig gewährleistet werden, dass es nach einer Operation nicht zu Infektionen kommt. Davon ist auch Plastische Chirurgie nicht ausgenommen. Vor allem Patienten mit einem defekten Immunsystem sind besonders gefährdet. Diese Nebenwirkung tritt erst später auf und äussert sich in Rötungen, Schwellungen und stärker werdende Schmerzen.

Embolie/ Thrombose

Das Risiko von Lungenembolien ist nach Operationen statistisch deutlich erhöht. Vor allem wenn die Bewegung eingeschränkt ist, können Embolien und Thrombosen schneller auftreten. Das Blut zirkuliert in diesen Fällen nicht mehr ausreichend, der Blutfluss verlangsamt sich oder es kommt zu einem Rückstau. In solch einem Fall können sich Blutgerinnsel, sogenannte Thromben, bilden und über das Herz in den Lungenkreislauf eindringen. Im Ernstfall kann es zu einer Lungenembolie kommen.

Allergien

Vor allem durch den Einsatz von Narkosemitteln kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Die Plastische Chirurgie ist, je nach Schwere des Eingriffs, auf unterschiedliche Formen der Sedierung angewiesen. Diese allein bergen bereits einige Risiken in sich. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass eine allergische Reaktion auf das Narkosemittel auftritt. Aber auch auf Implantate und Medikamente können Patienten reagieren. Im schlimmsten Fall kann ein anaphylaktischer Schock eintreten.

Wundheilungsstörungen

Diese Bezeichnung wird angewendet auf Situationen, in denen der Verlauf der Wundheilung atypisch ist. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben, die entweder mit einer fehlerhaften Wundversorgung, aber auch individuellen körperlichen Besonderheiten zusammenhängen. So haben der Mangel an bestimmten Nährstoffen, eine Gewebehypoxie oder Medikamente sowie Alter Einfluss auf den Heilungsprozess. Kommen Fremdkörper in die Wunde oder infiziert sich diese, wirkt auch dies sich negativ auf die Heilung aus.

Plastische Chirurgie und das Verringern von Nebenwirkungen

Es gibt Vorkehrungen, welche Sie bereits vor Beginn eines plastischen Eingriffs treffen können. Durch diese lassen sich Nebenwirkungen vermeiden oder zumindest verringern. Kommen Implantate aus Silikon zum Einsatz, empfiehlt sich, bereits vorher ein Antibiotikum zu nehmen, da dieses Material Keime begünstigt und Bakterien anzieht. Auch ist bekannt, dass es bei Rauchern häufiger zu Komplikationen kommt. Um dieses Risiko zu verringern, ist es empfehlenswert, bereits drei Wochen vor dem Eingriff mit dem Rauchen aufzuhören. Allergien, sollten sie bekannt sein, sollten definitiv mit dem Arzt abgesprochen werden.