MTT - was ist eigentlich die Medizinische Trainingstherapie

MTT – was ist eigentlich die Medizinische Trainingstherapie?

Die Medizinische Trainingstherapie (kurz MTT) ist eine Form der Physiotherapie. Sie ist ein gezieltes Training, das im Normalfall unter Anleitung eines Physiotherapeuten, Arztes oder einer anderen geschulten Fachkraft stattfindet.

Die Therapie dient verschiedenen Zwecken. Sie wird einerseits zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt und dient andererseits der körperlichen Rehabilitation. Ähnlich wie die Manuelle Medizin setzt die MTT Belastungsreize auf den Körper, um ihn zu stimulieren. Diese Reize trainieren und stärken den Körper. Das Training erfolgt in der Regel an professionellen Geräten und wird in der Regel als Einzeltraining durchgeführt. Manchmal findet das Training auch in Kleingruppen mit bis zu drei Personen statt. Aus diesem Grund ist die MTT sehr individuell und effizient.

Die MTT ist kein Training zur sportlichen Leistungssteigerung und muss daher ganz klar davon abgegrenzt werden. Allerdings kann sie nach Sportunfällen oder -operationen im Rahmen der Regeneration zum Einsatz kommen.

Bei welchen Indikationen ist die MTT angezeigt?

Es gibt zahlreiche Indikationen, die für eine MTT sprechen. Einige Beispiele sind:

  • Akute und chronische Rückenschmerzen
  • Verspannungen, Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus
  • Die nicht-operative Unterstützung bei Bandscheibenvorfällen und Bandscheibenvorwölbungen
  • Haltungsschwäche und Haltungsfehler, z.B. bei Skoliose
  • Rheumatische Erkrankungen, wie chronische Polyarthritis, Fibromyalgie, Morbus Bechterew
  • Das chronische Erschöpfungssyndrom
  • Erkrankungen des vaskulären Systems, z.B. leichte und mittlere Formen von Bluthochdruck
  • Das chronisches Wirbelsäulensyndrom mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen
  • Muskelaufbau nach Operation an der Wirbelsäule
  • Rehabilitation nach Unfällen mit Schleudertrauma oder Fraktur
  • Osteoporose

Allerdings gibt es auch Indikationen und Diagnosen, die gegen eine Medizinische Trainingstherapie sprechen. Dazu gehören schwere Formen von Bluthochdruck, eine Herzinsuffizienz, verschiedene Infektionen und Entzündungen. Bei einem Herzinfarkt kann die MTT im Rahmen der Rehabilitation gute Dienste zur Stabilisierung und Förderung des Herz-Kreislauf-Systems leisten. Bei einem frischen Infarkt ist sie allerdings kontraindiziert. Auch akute Traumen, wie frische Frakturen, müssen zuerst heilen und sich stabilisieren, bevor der Patient mit einer Trainingstherapie beginnt.

Ziele der MTT

Eine MTT schliesst oft an eine andere physiotherapeutische Behandlung an oder erfolgt in Kombination. Das Ziel der MTT ist es, Fortschritte aus einer vorhergehenden Behandlung zu halten und weiter auszubauen. Die MTT ist somit essentiell an einem Heilungserfolg beteiligt.

Ein konkretes Ziel der MTT ist es, das Niveau der erreichten Beweglichkeit zu halten. Zudem sollen Schwachstellen im Körper stabilisiert werden und durch eine Steigerung der Belastung kontinuierlich verbessert werden. Dies kann auf Ebene der Muskeln, Gelenke oder Bänder passieren. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass die Medizinische Trainingstherapie einen Patienten auf seinem Weg begleitet. Allerdings sollte ein Patient auch nach Abschluss der MTT weiter trainieren. Damit kann er oder sie das erreichte Niveau halten bzw. weiter ausbauen.

Wie sieht eine MTT aus?

Die MTT wird immer individuell auf den Patienten und dessen aktuellen Zustand angepasst. Der Therapeut handelt auf Anweisung des Arztes. Dennoch beginnt ein Therapeut mit einer eigenen Anamnese, um die Krankengeschichte des Patienten zu verstehen. Zudem sieht er sich die aktuellen Befunde an. Mit einer eingehenden Untersuchung macht sich der Therapeut sein eigenes Bild. Zusammen mit dem Patienten definiert er Schwerpunkte und Ziele der Therapie.

Die MTT selbst gliedert sich im Normalfall in vier Phasen: Die Mobilisationsphase, die Stabilisationsphase, die Funktionsphase und die Belastungsphase.

Wie kommt man zu einer MTT?

Die MTT erfolgt auf Indikation des Arztes. Er verordnet zum Beispiel „Krankengymnastik am Gerät“. Pro Verordnung sind zum Beispiel sechs Einheiten mit je 60 Minuten vorgesehen. Ein entsprechend geschulter Arzt kann die Therapie selbst durchführen. Meist wird die MTT allerdings an geschultes Fachpersonal, wie Physiotherapeuten oder Sportwissenschaftler delegiert.

Diese handeln auf Anordnung des Arztes und müssen eine spezielle Weiterbildung absolviert haben, um die MTT durchführen zu dürfen. Der Therapeut arbeitet zusammen mit dem Patienten. Der Arzt sollte dabei immer für Rückfragen zur Verfügung stehen. Da die MTT individuell ist, kann sie auch während der Einheiten immer flexibel an den Patienten angepasst werden. Das führt zum bestmöglichen Ergebnis.

Die verschiedenen Formen der Medizinischen Trainingstherapie

Innerhalb der MTT unterscheiden sich diverse Formen des Trainings. Die unterschiedlichen Trainingsarten sprechen Kraft, Flexibilität, Schnelligkeit, Ausdauer, Gleichgewicht, Koordination und Haltung an. Um all diese Komponenten zu unterscheiden, gibt es folgende Trainingsformen:

  • Das isometrische Muskeltraining
  • Das auxotonische Training
  • Das isokinetische Training
  • Das Koordinationstraining
  • Das Ausdauertraining

Bei isometrischem Muskeltraining geht es darum, dass der Patient den Muskel anspannt und für einige Sekunden hält. Dabei verändert sich aber weder die Länge des Muskels noch die Stellung des Gelenks. Anders verhält es sich beim isokinetischen Training. Hier wird genau gegensätzlich gearbeitet. Denn die Länge des Muskels sowie die Stellung des Gelenks ändert sich, während die Muskelkraft konstant bleibt.

Das auxotonische Training ist eine Kombination aus beiden Formen. Denn sowohl Muskelkraft, als auch Muskellänge und Gelenkstellung ändern sich. Während die ersten drei Formen, vor allem auf Muskelanspannung und Kraft fokussieren, haben das Koordinationstraining und das Ausdauertraining andere Ziele.

Beim Koordinationstraining handelt es sich um ein sensomotorisches Training. Es geht darum, dass die körperlichen Bewegungen passend, richtig und vollständig ausgeführt werden. Als Hilfsmittel kommen zum Beispiel Wackelplatten oder Trampoline zum Einsatz. Und nicht zuletzt gehört auch das Training der Ausdauer zum MTT. Ziel ist es, dass der Körper dauerhafte Belastungen bewältigen kann. Ausdauer kann durch Intervalltraining oder Dauerleistungstraining erlangt werden.

Fazit

Medizinische Trainingstherapie leistet bei vielen Krankheitsbildern einen wertvollen Beitrag zur Regeneration und zur Wiederherstellung bzw. Erhaltung der Beweglichkeit. Denn die MTT setzt wertvolle Reize auf den Körper, um ihn zu stimulieren. Wichtig ist allerdings auch, dass der Patient nach Abschluss der MTT weiter trainiert, um seinen Zustand zu erhalten bzw. kontinuierlich zu verbessern.