Macheten: Worauf sollten Sie beim Kauf achten?

Was sind Macheten?

Bei Macheten handelt es sich um starke Messer, die sich durch eine Klinge mit einer Länge von 32,5 bis 45 Zentimeter und einer Breite unter drei Millimetern auszeichnen. Der Begriff Machete kommt aus dem Spanischen und leitet sich von macho ab, was für einen Vorschlaghammer steht.

Wofür benutzt man Macheten?

Macheten in der Landwirtschaft

Klassischerweise werden Macheten in der Produktion von Rohrzucker benutzt. Dabei eignen sie sich sowohl zum Schneiden des Zuckerrohrs selbst als auch zur Säuberung des Pflanzenstängels.

Des Weiteren sind Macheten für die Gartenarbeit nützlich, beispielsweise, um Unkraut zu jäten. Vor allem in Lateinamerika finden Macheten auch im Haushalt Anwendung und werden eingesetzt, um Früchte zu schneiden oder Holz zurechtzuschnitzen.
In ähnlicher Weise leisten Macheten auch als Buschmesser treue Dienste.

Kaum verwunderlich, schliesslich bezeichnet das spanische el machete genau dies. Darüber hinaus gibt es aber auch verschiedene Erscheinungsformen der Machete, die nach ihren Herkunftsländern benannt sind, wie beispielsweise La Inglesa (die Englische) oder La Alemana (die Deutsche).

In manchen Ländern sind Macheten in der Landwirtschaft auch heute noch weit verbreitet, da der Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen dort entweder nicht erlaubt ist oder sich nicht für die Grösse oder auch Beschaffenheit des Feldes eignet.
Für gewöhnlich sind es Erwachsene, die Macheten schwingen, doch einige Jäger-und-Sammler-Kulturen bringen ihren Kindern schon im Säuglingsalter den Umgang mit dem langen Buschmesser bei.

Macheten als Waffe

Aufgrund ihrer weitläufigen Verbreitung im tropischen Klima ist die Machete dort eine beliebte Waffe bei Aufständen.
Zweifelhaften Ruhm erhielt die Machete auch als Waffe während des Völkermordes in Ruanda im Jahre 1994. Grosse Teile der Tutsi- und Hutu-Bevölkerung wurden systematisch mit Macheten hingerichtet.

Die Tonton Macoute, eine haitianische Miliz unter dem Befehl des mittlerweile verstorbenen Diktators François Duvalier, bediente sich ebenfalls Macheten. Sie nutzte die brachiale Wirkung, um Angst und Schrecken zu verbreiten und politische Gegner zu foltern und traktieren.

Auch heute noch kommt Macheten in einigen Regionen der Welt eine nicht zu unterschätzende militärische Bedeutung zu. Westafrikanische Stämme verwenden sie häufig als Seitenwaffe.

Wie machen Sie die richtige Machete für sich aus?

Bei einer meist Länge von 50 bis 70 Zentimetern wiegen Macheten normalerweise zwischen 500 und 1000 Gramm. Die Klinge macht dabei rund zwei Drittel der Gesamtlänge aus.
Wenn Sie darüber nachdenken, eine Machete zu kaufen, kommt es selbstverständlich auf den geplanten Verwendungszweck an. Ausserdem spielt die Form der Klinge eine wichtige Rolle.

Natürlich ist auch die tatsächliche Qualität des Werkzeugs entscheidend. Die Klinge muss auf lange Sicht auch intensiver Belastung widerstehen können. Sie sollte gut in der Hand liegen und einen festen Grip haben, damit sie nicht einmal abrutscht.
Besondere Stabilität haben sogenannte Full-Tang-Macheten. Darunter versteht man, dass die Klinge komplett durch das Heft beziehungsweise Griffstück geht.

Die Klingenformen und Materialien

Die folgende Auswahl ist genau das, eine Auswahl, denn grundsätzlich gibt es nahezu unzählige Klingenformen bei Macheten. Die folgenden sind allerdings die gängigsten Varianten.

Latin-Macheten

Die Latin-Variante ist die klassischste Machete und kann fast schon als Grundform bezeichnet werden. Die Klinge ist lang, dick und somit auch stark und erinnert so an ein wahres Buschmesser.

Kukri-Macheten

Diese Macheten haben eine besonders breite Klinge, die nach innen gebogen ist. Sie sind für ihre Schlagkraft bekannt und werden unter anderem von der nepalesischen Armee verwendet.

Parang-Macheten

Diese Macheten stammen aus Indonesien und Malaysia und werden für grobe Arbeiten eingesetzt. Ihre Klingen sind recht kurz und gewölbt.

Bolo-Macheten

Mit ihrer dicken und grobschlächtigen Klinge eignen sich Bolo-Macheten perfekt für schwere Hackarbeiten, sei es in der Landwirtschaft oder als Waffe.

Barong-Macheten

Die Klinge der Barong-Machete ähnelt jener eines Blatts. Sie ist primär ein Bestandteil südostasiatischer Kampfkünste.

Materialien der Macheten

Klinge

Die Klinge ist fast immer aus Stahl gemacht. Dabei gibt es zwei Varianten, 440er-Stahl und 1095er-Kohlenstoffstahl.
440er-Stahl ist aufgrund seines hohen Anteils an Chrom besonders rostbeständig, langlebig und robust. Zudem können Sie diese Klingen jederzeit problemlos nachschärfen.

Gleichzeitig sagt man ihnen aber eine geringe Schnittbeständigkeit nach.
Kohlenstoffstahl ist nicht legiert und daher für Rost anfälliger als beispielsweise 440er-Stahl. Sie gelten allerdings als äusserst robust und schnittbeständig, müssen dabei jedoch regelmässig intensiv gepflegt werden.

Griff

Die häufigsten Griffmaterialien sind Holz, Kunststoff, Edelstahl und Gummi.
Holzgriffe lassen sich gut handeln, da sie angenehm in der Hand liegen und leicht sind. Dafür sind sie aber auch für Baktieren anfällig, können durch Wasser aufgeweicht werden sowie brechen und sind im höheren Preissegment angesiedelt.

Kunststoffgriffe hingegen sind pflegeleicht und billig, haben jedoch einen eher schlechten Grip und können langfristig gesehen brüchig werden.
Edelstahlgriffe bleiben bakterienfrei, sind aber schwer und kostspielig.
Gummi fasst sich weich an und ist rutschfest, nutzt sich allerdings schnell ab oder wird sogar brüchig.

Neben den verschiedenen Materialien spielt auch die Form des Griffs eine wichtige Rolle. Diese im Artikel vorzustellen, würde allerdings seinen Rahmen sprengen. Darum finden Sie hier mehr Informationen zum Thema.

Fazit: Welche Machete ist für Sie geeignet?

Um die perfekte Machete für sich selbst auszumachen, sollten Sie natürlich unbedingt die in diesem Artikel vorgestellten Faktoren gegeneinander abwägen. Dennoch ist es unerlässlich, sie vorher auch einmal in der Hand zu halten, sie auszuprobieren und so ein Gefühl für das Werkzeug zu bekommen. Testen Sie dies unbedingt unter verschiedenen Bedingungen, beispielsweise im Regen oder mit verschwitzten Händen sowie beim Schneiden unterschiedlicher Objekte.

Ein gutes Modell für nahezu Einsteiger ist allerdings die Walther Mac Tac.1 Mit einem Preis von 40 Franken können Sie hier nicht viel falsch machen, zumal diese Macheten gut verarbeitet und widerstandsfähig ist.
Auch die Gerber „Gator Bolo“ verfügt über eine tolle Schlagkraft, ist sehr stabil und liegt gut in der Hand. Einzig ihr Gummigriff kann nach intensiver Benutzung schnell brüchig werden. Mit einem Preis von 60 Franken ist sie jedoch ebenfalls günstig.