Stosswellentherapie – Beeindruckende Therapiemöglichkeit ohne Nebenwirkungen

Bei einer Stosswellentherapie werden energiegeladene Druckwellen im medizinischen und physiotherapeutischen Bereich eingesetzt. Die Stosswellen werden ausserhalb des Körpers (extrakorporal) in einem Applikator erzeugt. Im Rahmen einer Stosswellentherapie werden die Stosswellen schallwellenähnlich auf den zu behandelnden Körperbereich aufgebracht. Die Stärke der Stosswellen kann genau dosiert werden.

Die Ausbreitung der Druckwelle verläuft gradlinig und kann auch in tieferen Körperbereichen wirken. Die Stosswellentherapie wird vielseitig mit unterschiedlichem Erfolg eingesetzt. Dabei entstehen keine Nebenwirkungen. In vielen Fällen können Beschwerden durch eine Stosswellentherapie komfortabel dauerhaft behandelt werden.

Die fokussierte Stosswellentherapie wirkt zielgenau

Diese medizintechnische Behandlungsmethode auf physikalischer Basis dient der Zertrümmerung und Entfernung von Kalkablagerungen/Kalksteinen (Kalkkongrementen) sowie der Schmerzbekämpfung. Der Druck der fokussierten Stosswelle ist kürzer, intensiver und deutlich zielgenauer als der Druck der radialen Stosswelle.

Die radiale Stosswellentherapie erreicht mit einer dosierten, breiteren Verteilung grössere Körperflächen

Radiale Stosswellen sind energieärmer und mehr flächig ausgerichtet. Die radiale Stosswelle findet oft in der Physiotherapie Anwendung, um beispielsweise Muskelverspannungen zu lösen. Dabei wird die Durchblutung verbessert und der körpereigene Reparaturmechanismus aktiviert. Ausserdem wirken die radialen Stosswellen auf die schmerzleitenden Nerven im betroffenen Behandlungsbereich ein. Dadurch können Entzündungsprozesse abklingen und Schmerzen gelindert werden.

Behandlung von Nieren- und Harnleitersteinen mithilfe von Stosswellentherapien

Seit dem Jahr 1980 wird die fokussierte Stosswellentherapie erfolgreich zur Behandlung von Nierensteinen eingesetzt. Die extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL) ist ein minimal-invasives Verfahren zur Beseitigung von Nieren- und Harnleitersteinen. Das Verfahren beruht auf einer Zertrümmerung der Steine durch Schallwellen. Die Schallwellen werden dabei in einer Energiequelle ausserhalb des Körpers erzeugt. Mithilfe von Röntgen- oder Ultraschallkontrolle werden sie zielgerichtet auf den Stein fokussiert. Die auf den Stein einwirkenden Kräfte bewirken eine Zerstörung und Zertrümmerung des Steins. Anschliessend können die Bruchstücke auf dem üblichen Weg mit dem Urin ausscheiden.

Die Wahl der Stosswellen-Version hängt vom Behandlungsziel ab

Je nach Dosierung können Stosswellen Nierensteine zertrümmern oder lediglich das Gewebe reizen. Dadurch wird die Durchblutung verbessert sowie der Zellstoffwechsel angeregt. Geschädigtes Gewebe kann auf diese Weise regeneriert werden. Daher muss je nach Behandlungsziel zwischen fokussierten und radialen Stosswellen ausgewählt werden.

Stosswellentherapie bei Pseudarthrosen

Seit dem Jahr 1989 werden Stosswellen ebenso als Therapie bei verzögert heilenden Knochenbrüchen (Pseudarthrosen) eingesetzt. Die Stosswellentherapie wird mittlerweile weltweit zur Behandlung von nicht heilenden langen Röhrenknochen eingesetzt. Nach verschiedenen Studienergebnissen liegen die Heilungschancen bei etwa 75 Prozent. Bei der Behandlung einer Pseudarthrose erfolgt der Einsatz hochenergetischer Stosswellen. Daher ist in der Regel nur eine Behandlung mit Stosswellen erforderlich.

Die Stosswellen stimulieren die Selbstheilungskräfte des Körpers

Durch die Stosswellen werden die Durchblutung wird angeregt und körpereigene Substanzen zur Optimierung der Heilung aktiviert. Das Auftreffen der Stosswellen auf das Knochengewebe fördert das Wachstum knochenbildender Hormone. Durch die Bildung neuer Knochenzellen wird die Ausheilung schlecht heilender Knochenbrüche verbessert.

Stosswellentherapie anstatt Operation bei schmerzhaften Bewegungsbeschwerden

Im Bereich der Gelenke können Kalkablagerungen zu erheblichen Bewegungsstörungen führen. In den meisten Fällen treten dabei Schmerzen auf. Als Alternative zur operativen Behandlung können die Kalkablagerungen als Beschwerdeursache mittels Stosswellentherapie beseitigt werden.

Beseitigung schmerzhafter Bewegungseinschränkungen aufgrund einer Kalkschulter

Eine Kalkschulter entsteht oftmals durch sportliche oder berufliche Überlastungen wie beispielsweise Malerarbeiten an Decken. Die Stosswellentherapie soll krankhafte Kalkablagerungen in der Schulter auflösen. Dadurch soll der Schmerz reduziert oder beseitigt werden. Ausserdem soll die Beweglichkeit des Schultergelenks wiederhergestellt werden. Die erfolgversprechende Therapie kann ohne Nebenwirkungen durchgeführt werden. Die Stosswellentherapie ergänzt in zahlreichen Fällen die Behandlung einer Kalkschulter mit Schmerzmitteln.

Behandlung eines Fersensporns mittels Stosswellentherapie

Ein Fersensporn entsteht am Ansatz der Achillessehne im oberen Bereich des Fersenbeins oder am Anfang der Fusssohlensehne im unteren Bereich des Fersenbeins. Durch mehrere Stosswellentherapien soll die schmerzhafte Entzündung der Sehne beseitigt werden. Im Unterschied zur konventionellen Methode durch Entlastung der Ferse bilden sich die Beschwerden erheblich schneller zurück. Insbesondere für Jogger und Läufer bietet diese Therapie aufgrund der hohen Erfolgsquote einen deutlichen Vorteil(https://unternehmen.nau.ch/sport-freizeit/).

Die Stosswellentherapie wird weniger häufig zur Behandlung eines Tennisarms eingesetzt

Beim Tennisarm sind die Sehnen von Streckmuskeln des Unterarms wie die Handgelenkstrecker überlastet. Dadurch wird ein Schmerz im Bereich des Ellenbogens empfunden. Neben Schmerzmitteln, Kortison-Injektionen sowie Dehnungsübungen kann auch die Stosswellentherapie eingesetzt werden.

Stosswellentherapie zur Verbesserung der Potenz

Seit dem Jahr 2010 findet die extrakorporale Stosswellentherapie auch in der Urologie Verwendung. Zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion wird die Neubildung von Blutgefässen durch Stosswellen stimuliert. Durch die Stosswellentherapie soll der Penis besser durchblutet und dadurch die Erektionsqualität gesteigert werden.

Der Ablauf einer Stosswellentherapie

Die Durchführung einer Stosswellentherapie erfolgt ambulant. In Einzelfällen kann aufgrund der Schmerzentwicklung im Rahmen einer Stosswellentherapie eine Betäubung infrage kommen. Die erkrankte Stelle wird mithilfe eines Ultraschall- oder Röntgenbildes präzise geortet. Anschliessend erfolgt eine Markierung auf der Haut. In einer stabilen Position des Patienten wird der Fokus des Stosswellengerätes auf die zu behandelnde Stelle gerichtet. Der Gerätekopf ist mit Wasser gefüllt.

Darüber werden die Stosswellen mit steigender Energie durch die Haut in den Körper übertragen. Hierdurch entstehen im Normalfall erträgliche Schmerzen, die durch den Arzt oder Physiotherapeuten überwacht werden. Die Freisetzung der Energie erfolgt erst beim Auftreffen auf festen Widerstand. Die Stosswellen können elektrohydraulisch, elektromagnetisch oder piezoelektrisch (Schwingungen von Quarzkristallen) erzeugt werden.

Dauer und Häufigkeit der Behandlungen

Eine Behandlung dauert je nach Behandlungsziel, Beschwerdebild und Gerätetyp im Einzelfall 5 bis 15 Minuten. Im Regelfall werden im Abstand von 2 bis 4 Wochen maximal 3 Behandlungen durchgeführt. Dabei werden je 1000 bis 2000 Stosswellen übertragen. Die Behandlung einer Pseudarthrose kann davon deutlich abweichen.

Weitere Einsatzmöglichkeiten für eine Stosswellentherapie

Bei folgenden weitere Beschwerden kann ebenso eine Stosswellentherapie erfolgen:

• Knieentzündungen
• Schleimbeutelentzündungen
• Rückenschmerzen
• Arthrosen

Gegenanzeigen bei einer Stosswellentherapie

Eine Stosswellentherapie sollte nicht angewendet werden bei:

• Schwangeren
• Blutgerinnungsstörungen
• Patienten mit Herzschrittmacher
• Bösartigen Tumorleiden