Autoreparatur beim Experten Das sind die häufigsten Kostenfallen

Die Autoreparatur in der Fachwerkstatt ist bei grösseren Schäden Pflicht. Wenn die Werkstatt unerwünschte Leistungen erbringt oder teure Markenteile verwendet, können jedoch schnell unnötig hohe Kosten auftreten. Wir zeigen die häufigsten Kostenfallen und wie sie sich vermeiden lassen.

Kostenfalle Glasscheibe

Die Glasscheibe ist beschädigt und muss ausgetauscht werden. Wer hier genau hinsieht, kann Kostenfallen vermeiden, denn oftmals ist der Regensensor noch intakt und lässt sich an der neuen Scheibe wieder installieren. Wird der Regensensor wiederverwertet, lassen sich mehrere hundert Franken einsparen. Gegebenenfalls müssen allerdings einige Modifikationen vorgenommen werden, beispielsweise wenn die neue Glasscheibe eine andere Beschaffenheit aufweist oder technische Unterschiede bei elektrischen Bauteilen auftreten.

Handelt es sich lediglich um einen Steinschlag, muss nicht die gesamte Scheibe ausgetauscht werden. Es genügt, den Steinschlag zu beheben, was einen geringen Zeit- und Kostenaufwand bedeutet. Die Fachwerkstatt erkennt in der Regel, ob ein Austausch der Scheibe notwendig ist oder ob dem Schaden mit einer Autoreparatur genüge getan ist. In Einzelfällen kann es sinnvoll sein, eine zweite Expertenmeinung einzuholen, etwa bei mehreren Steinschlägen oder bei älteren Scheiben. Die Kosten für eine neue Scheibe können sich auf mehrere hundert Franken belaufen, während die Autoreparatur eines Steinschlags bereits für wenig Geld zu bewerkstelligen ist.

Kostenfalle durch unerwünschte Leistungen

Wenn ein Fahrzeug zur Autoreparatur in die Werkstatt gegeben wird, müssen in der Regel spezifische Aspekte des Autos repariert werden. Die Kosten lassen sich genau bemessen. Einige Vertragswerkstätten nehmen allerdings ohne Rückfragen weitere Arbeiten am Fahrzeug vor. Oft wird das Öl gewechselt oder der Motor gereinigt, ohne dass dies explizit mit dem Fahrzeughalter vereinbart wurde. Um erhebliche Mehrkosten zu vermeiden, sollten die Leistungen im Vorfeld genau abgeklärt werden. Ein schriftliches Dokument gibt dem Fahrzeughalter die notwendige Sicherheit. Darauf muss die Werkstatt auch die grob zu erwartenden Kosten notieren.

Wenn die Werkstatt nicht vereinbarte oder zu teure Reparaturen vorgenommen hat, sollte diese zunächst reklamiert werden. Es gilt, die Rechnung unter Vorbehalt zu begleichen und dies schriftlich festzuhalten. Im Zweifelsfall greift die gesetzliche Gewährleistung. Allerdings hat die Werkstatt die Möglichkeit, etwaige Fehler zu korrigieren. Reparaturen, die nicht gefordert wurden, müssen nicht bezahlt werden. Da sich Reparaturen allerdings nicht immer ohne Weiteres rückgängig machen lassen, sollte zunächst eine Einigung mit der Fachwerkstatt getroffen werden. In der Regel lassen sich die Kosten reduzieren oder die entstandenen Mehrkosten werden bei der nächsten Autoreparatur angerechnet.

Ein zu hoher Reparaturumfang als Kostenfalle

Der Reparaturumfang ist eine typische Kostenfalle. Wenn eine einzelne Dichtung defekt ist, muss nicht der vollständige Dichtungssatz ausgetauscht werden. Die Rechnung beinhaltet einen Posten Verbrauchsmaterial, Details sind allerdings nicht zu finden. In diesem Fall sollte der Posten bei der Werkstatt reklamiert werden. Nicht nachvollziehbare Rechnungsposten dürfen einfach gestrichen werden. Es empfiehlt sich jedoch, die Rechnung zuvor mit der Werkstatt zu besprechen. Oft lassen sich Unklarheiten im persönlichen Gespräch klären, wodurch sich längere Streitigkeiten vermeiden lassen.

Da sich als Laie schwer einschätzen lässt, welche Reparaturen notwendig sind und welche nicht, sollte eine zweite Meinung eingeholt werden.

Kostenfalle Originalteile des Fahrzeugherstellers

Ein defekter Scheibenwischer oder ein neuer Keilriemen: nicht immer sind die teuren Ersatzteile des Fahrzeugherstellers vonnöten. Wenn kostspielige Bauteile wie die Lichtmaschine oder der Anlasser einen Defekt erleiden, fallen etwaige Neuteile vom Markenhersteller besonders teuer aus. Günstige Alternativen von Drittherstellern sind qualitativ oft ausreichend und ersparen bei der Autoreparatur mitunter hohe Kosten. Nach der Autoreparatur sollte geprüft werden, ob tatsächlich die günstigen Teile verbaut und auch berechnet wurden.

Werkstätten berechnen bei der Autoreparatur unter Umständen die teuren Originalteile, verbauen jedoch günstige Drittherstellerseile. Ähnliches gilt auch für das Öl. Verwendet die Werkstatt eine teurere Ölqualität, steigen auch die Kosten für die Reparatur. Vermeiden lässt sich das, indem die Verwendung eines bestimmten Öls vereinbart wird. Anschliessend gilt es, die Rechnung anzufordern und die Herkunft von Ersatzteilen und Öl zu prüfen.

Wenn unerwünschte Leistungen erbracht wurden: das ist zu tun

Grundsätzlich gilt: wenn die Werkstatt eine Leistung berechnet, die nicht erledigt wurde oder gar nicht erst beauftragt wurde, kann reklamiert werden. Vermeiden lässt sich eine Wucher-Rechnung, indem der Auftrag konkret mitgeteilt wird. Dann lässt sich hinterher auch die Rechnung ohne Weiteres prüfen. Wenn der Kfz-Meister bei der Autoreparatur freie Hand hat, entstehen schnell unnötige Posten. Noch besser, wenn im Vorfeld ein Pauschalpreis festgelegt wurde, denn dann darf die Werkstatt im Anschluss an die Autoreparatur keine zusätzlichen Posten berechnen.

Wenn im Laufe der Autoreparatur weiteres Reparaturpotenzial bemerkt wird, muss die Werkstatt zunächst mit dem Kunden Rücksprache halten. Reparaturen auf eigene Faust sind grundsätzlich nicht zulässig und müssen im Zweifelsfall auch nicht beglichen werden. Allerdings dürfen Endabrechnung und Kostenvoranschlag voneinander abweichen. Als Faustregel gelten hier Abweichungen von höchstens 20 Prozent, wie in der Vergangenheit durch Gerichtsurteile bestätigt wurde.

Ausnahmen können gelten, wenn sich die Leistungen nicht zurückbauen lassen. Wurden etwa Teile fest miteinander verschweisst oder neues Öl eingefüllt, muss möglicherweise der Kunde dafür aufkommen. Abhängig ist dies davon, welche Details im Vorfeld besprochen wurden. Die Vergütung der Reparaturen orientiert sich an der tatsächlichen Werksteigerung. Im Zweifelsfall muss nach der Autoreparatur ein Sachverständiger die Situation beurteilen. Um dies zu vermeiden, sollte bei der Autoreparatur immer auf einen detaillierten Reparaturvertrag gepocht werden.

Autoreparatur: Rechnung nach dem Erhalt prüfen

Um hohe Kosten bei der Autoreparatur zu vermeiden, sollte die Rechnung direkt nach dem Erhalt geprüft werden. Eine pauschale Abrechnung ist nicht akzeptabel und rechtlich auch nicht zulässig. Deshalb gilt: prüfen, ob Arbeitszeit, Materialkosten und Co. im Detail aufgelistet sind. Kostenfallen lauern vor allem bei Reparaturen im Motorraum, da schwerlich nachzuprüfen ist, ob die genannten Bauteile tatsächlich gewechselt oder repariert wurden. Eine Rückfrage bei der Fachwerkstatt gibt Aufschluss darüber, welche Leistungen in welchem Umfang erbracht wurden.

Professionelle Betriebe bewahren die Altteile zumindest bis zur Begleichung der Rechnung der Autoreparatur auf. Im besten Fall wird im Vorfeld der Autoreparatur festgelegt, dass entsprechende Teile zur Prüfung aufbewahrt werden.